MOTIVATION

Fit zu werden und fit zu bleiben ist anstrengend. Für den einen mehr, für den anderen weniger. Der eine braucht ein spezielles Sportprogramm. Der andere verfügt selbst über genügend Ausdauer und Motivation.

Mit der geistigen Fitness verhält es sich ähnlich, so zumindest die Meinung von Studierenden und Lehrenden an der Universität des Saarlandes. Sie  haben ein gemeinsames Ziel: Schülerinnen und Schüler im Fach Deutsch „fit“ zu machen. Und so entstand 2009 das Projekt Fit in Deutsch, dessen Idee zunächst einfach erscheinen mag und an traditionelle Nachhilfe erinnert: Kinder der dritten und vierten Klasse erhalten einmal pro Woche eine individuelle Förderung durch Lehramtsstudierende der Universität des Saarlandes. Aber ganz so einfach ist es nicht. Ein solches Kooperationsprojekt zwischen regionalen Grundschule und der Universität unterscheidet sich von der traditionellen Nachhilfe in vielfacher Weise.

BESCHREIBUNG

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Das Projekt „Fit in Deutsch“ möchte Schülerinnen und Schüler deutscher und nicht-deutscher Herkunft unterstützen. Diese gezielte Förderung hat alle Teilbereiche des Deutschunterrichts im Blick: So haben Kinder oft keine Vorstellung davon, was einen „guten“ Text ausmacht, oder sogar in höheren Jahrgangsstufen noch Schwierigkeiten mit der Rechtschreibung. Daneben verfügen viele Kinder nur über ein geringes Selbstbewusstsein. Bei „Fit in Deutsch“ arbeiten die Schülerinnen und Schüler gezielt an ihren Schwächen und bauen ihre Stärken weiter aus.

Zu Beginn der Fördereinheiten werden die individuellen Fähigkeiten durch anerkannte Tests ermittelt und in einem begleitenden Seminar ausgewertet. Jede Schülerin und jeder Schüler erhält ein Stärken- und Schwächenprofil, das die Grundlage für alle „Fit in Deutsch“-Stunden bildet und konkrete Fördermaßnahmen enthält. Damit die wöchentlichen Förderstunden gelingen, können die Studierenden die Beratung durch Lehrende in Anspruch nehmen. Im Anschluss an die Förderstunden werden Probleme direkt vor Ort besprochen und mögliche Maßnahmen diskutiert. Zudem stehen den Studierenden in speziellen „Fit in Deutsch“-Bibliotheken, auf der Homepage und auf Facebook vielfältige Fördermaterialien zur Verfügung. Die regelmäßig erscheinende „Fit in Deutsch“-Zeitung gibt zusätzliche Tipps zur Gestaltung der Stunden. Um Entwicklungsfortschritte festzustellen, wird der Leistungsstand der Schülerinnen und Schüler kontinuierlich erhoben. Erste Ergebnisse zeigen, dass vor allem im schriftlichen und mündlichen Sprachgebrauch sowie bezüglich der Lesemotivation positive Entwicklungen zu beobachten sind. Auch das Selbstbewusstsein der Kinder wird durch die Arbeit in den kleinen Gruppen gestärkt.

REGIONALE BEDEUTUNG

Zugegeben: Wie im Sport ist es auch im Fach Deutsch gar nicht so einfach, fit zu werden. Die Durchführung des Projekts „Fit in Deutsch“ erfordert einen nicht zu unterschätzenden organisatorischen Aufwand und eine hohe Motivation aller Beteiligten. Der Lernerfolg der Schülerinnen und Schüler und die positiven Erfahrungsberichte der Studierenden sind jedoch ermutigend. Und so wird die Kooperation zwischen der Universität des Saarlandes mit verschiedenen Schulen der Region weiter ausgebaut.

PROJEKTIDEE